Das "Tchimpounga Chimpanzee Rehabilitation Center” liegt in der Nähe von Pointe Noire in der Republik Kongo Brazzaville. Es gilt als größte Auffangstation für verwaiste Schimpansen in Afrika. Seit 1992 führt das Jane Goodall Institut diese Institution auf einem 26 ha umfassenden Gebiet, inmitten einer großen Wald- und Grasfläche. Das Reservat wird regelmäßig von Ecoguards kontrolliert, um die Schimpansen vor Wilderern zu schützen.
Im Jahre 2011 wurde mit Hilfe der Regierung ein weiteres geschütztes Reservat von 73 km² Größe um die Auffangstation herum gegründet und für die Nutzung durch das Jane Goodall Institut freigegeben. Hier sind Jagd, Landwirtschaft und Holzschlag strengstens verboten, so dass sich die Natur langsam erholen kann. Tatsächlich sind sogar schon einige wilde Schimpansen um die Station herum gesichtet worden.
Aus den zur Anfangszeit lediglich 25 verwaisten Schimpansen in der Auffangstation, zu denen auch der als Gregoire bekannt gewordene, älteste Schimpanse Afrikas (ca.1942 - 2008) zählte, sind mittlerweile weit über 150 geworden. Die Schimpansen kommen zumeist von den Märkten des Bushmeat-Handels aus den Ländern Gabun, Kongo und der Demokratischen Republik Kongo, oder werden aus privatem Besitz von den Behörden konfisziert. Die erwachsenen Schimpansen können ihr Leben in den Wäldern der Auffangstation in Frieden genießen, und haben eine sehr gute Chance, irgendwann wieder in der Wildnis leben zu können. Im Sommer 2011 ist es gelungen, eine Gruppe von Schimpansen in einem Nationalpark wieder aus zu wildern.
Die oft noch sehr traumatisierten Schimpansen-Babys werden von ihren persönlichen Tierpflegern zunächst rund um die Uhr betreut und versorgt. Die dazu benötigten Mitarbeiter stammen aus den umliegenden Dörfern Tchimpoungas, so dass die einheimische Bevölkerung aktiv an dem Erfolg der Auffangstation teilhat. Darüber hinaus kommt den Menschen der Einkauf von Obst und Gemüse für die Schimpansen auf den lokalen Märkten zu Gute.
Hier sehen Sie ein paar Bilder über die Arbeit im Tchimpounga-Refugium:
Das Jane Goodall Institut hat auch damit begonnen, ein Aufklärungs,-und Erziehungsprogramm für die Kinder der Grundschulen in der Umgebung von Tchimpounga zu entwickeln und zu etablieren. Diese Programme beinhalten die Verwendung von Cartoons und bunten Stiften, die in den Schulen vor Ort absolute Raritäten darstellen. Mit Hilfe dieser Materialien sind die Kinder immer sehr aufmerksam und können es kaum abwarten, ihren Eltern zu Hause davon zu berichten. Das Einbeziehen der Eltern durch die Kinder ist eines der Ziele dieser Aufklärungsprogramme.
Die Gedanken aller Generationen sollen dahingehend beeinflusst werden, dass Stolz und Respekt für die großen Menschenaffen und die eigene Umwelt entsteht und die Bereitschaft geboren wird, sich für Beides im positiven Sinne einzusetzen.