
Viele Menschen in Tansania haben nichts oder nur wenig zu Essen. Sie müssen von Reis und Hülsenfrüchte leben. So versuchen sie Wildtiere, die sie im Urwald oder in der Savanne jagen, mittels Fallen zu fangen. Dabei werden auch immer wieder vom Aussterben bedrohte Tiere - wie Affen - zufällig Opfer.
Die Jane Goodall-Institut-Kinder-und Jugendschutzinitiative "Roots & Shoots" hilft durch ein großes land- und forstwirtschaftliches Projekt (mit einem Hühner-Schwerpunkt in der Region KaZuramimba und in den Dörfern der umliegenden Region) Alternativen für tausende Menschen zu schaffen.
Der ursprüngliche Fokus der Aktivitäten des Jane Goodall Instituts und von Roots & Shoots liegt auf der Unterstützung von drei Schulen in der direkten Umgebung Kazuramimbas. Sofort danach werden andere Schulen davon profitieren wie beispielsweise in Mwamila, Basanza, Chakulu und Uvinza.
Wie kann direkt geholfen werden?
Ziel ist die Aufzucht vieler Hühner durch Roots & Shoots-Mitglieder, die dann an Familien weitergegeben werden. Einerseits um eigene Hühner zu züchten, andererseits um eine zusätzlichen Nahrungsquelle zu haben.
Die Kinder erhalten Hühnereier und sind für das Ausbrüten bzw. Aufziehen der Küken verantwortlich. Die Hühner sind wichtig als Proteinersatz für Buschfleisch und werden an die Familien weitergegeben. Diese haben dann wiederum die Möglichkeit, eigene Hühner zu züchten.
Wie funktioniert das?
Die Eier befinden sich in der "Brutstation", wo die Küken in einem Inkubator (Brutkasten) ausgebrütet werden. Der Brutkasten ist eine sehr einfache Holzkiste, die mehrere Laden enthält. Dort werden die Eier hineingelegt. Die Kiste wird mit Warmwasser geheizt, welches durch zwei kleine Kerosinöfen links und rechts der Brutkiste erhitzt wird.
Der Brutkasten besteht aus altem Holz, das recycelt wird. Sowohl der Bau dieses Kastens als auch das Brutverfahren wird den Kindern unterrichtet. Jedes Kind ist für sein Ei bzw. Huhn verantwortlich. Die Kinder lernen auch zwischen guten und schlechten Eiern zu unterscheiden und welche Eier für die Brut geeignet sind.
Für das Jahr 2010 werden fünf Inkubationszyklen erwartet. Die meisten Brutschränke haben ein Aufnahmevermögen von 300 Eiern pro Inkubationszyklus. Aufgrund der Erfahrungen aus dem Projekt im Lugufu-Flüchtlingslager werden aus diesen 300 Eiern rund 280 Küken (93%) schlüpfen. Bei fünf Zyklen ist das Ziel des Jane Goodall Instituts etwa 1400 Küken aufzuziehen und zu verteilen. Die Eier zum Ausbrüten werden von der Gemeinde gekauft.
Durch dieses Brutkastensystem können in kurzer Zeit wesentlich mehr Hühner zur Verfügung gestellt werden. Das gesamte Projekt wird von ExpertInnen geleitet und unterrichtet.
Das praktische Wissen und die Erfahrungen, die sie sammeln, werden den Kindern die Möglichkeit geben, selbst aktiv zu werden. Wo immer sie später einmal leben werden, wann immer sie sich an Orten befinden, an denen Land gerodet und Wälder zerstört wurden. Sie wissen über den Wert des Lebensraumes Waldes und verfügen über das Wissen und die Fähigkeiten, Bäume zu pflanzen und zu pflegen. Sie lernen, wie durch Wiederaufforstung der Bodenerosion entgegen zu wirken ist und Waldgrundstücke für die Ernte - zum Beispiel für die potenziellen Nahrungsmittel Pilze und Honig - zu schaffen sind.
Es ist wichtig für die jetzige Generation von Schulkindern den Wert der Bäume und des Ökosystems Wald als Lebensraum für unterschiedliche Lebewesen – wie z.B. Schimpansen, diverse andere Säugetiere, Bienen sowie den Menschen - zu schätzen. Oberstes Ziel des Jane Goodall Institus-Projektes ist es, den Wald für das Zusammenleben verschiedener Arten zu pflegen. Zudem werden Bäume gepflanzt, die ausschließlich als Brennholz verwendet werden.
Bis dato stammt das Holz aus den Wäldern, die die Heimat vieler Tiere – so auch der Schimpansen – sind. Der Lebensraum der Tiere verkleinert sich dadurch sehr rasch. Aber auch die Quellen für Brennholz werden immer kleiner. Eigene Baumschulen und Projekte wie dieses helfen somit Mensch und Tier.
Im Jahr 2010 wurden zu Anfang 2000 Bäume in einer Baumschule von SchülerInnen der Kazuramimba Grundschule gepflanzt und aufgezogen. Die Baumschule wird durch Netze vor grasenden Tieren geschützt, eine günstige und effektive Methode. Obwohl die anfänglich geplante Anzahl zu pflanzender Bäume noch klein ist, wird sie dazu beitragen, die derzeitigen CO2-Emissionen zu reduzieren.
Früher haben viele DorfbewohnerInnen traditionell Bienenstöcke hergestellt, aber nicht auf Nachhaltigkeit geachtet. So wurden Kästen aus breiten Rindenstreifen, die von einem Baum herunter geschnitten wurden, gebaut. Um den Honig zu ernten, machte man Feuer unter den Körben, um die Bienen zu vertreiben, was zur Folge hatte, dass die Bäume abstarben.
Im Jane Goodall Institut-Bienenzuchtprojekt werden Bienenstöcke aus recyceltem Holz hergestellt und Bienen gezüchtet, um den Honig zu vermarkten und zum Eigengebrauch zu verwenden. Das Geld kann dann für weitere Roots & Shoots-Projekte verwendet werden. Mit diesem Jane Goodall Institut-Projekt wird Imkerei nachhaltig betrieben.
Warum sind die Bienenstöcke wichtig für die Schulkinder?
Jane Goodall: "Die meisten dieser Kinder haben keine großen Perspektiven für ihre Zukunft. Also versuchen wir ihnen Hoffnung zu geben, indem wir verschiedene Programme ins Leben rufen. Dadurch bekommen sie zusätzliche Nahrung für ihre Familien und sie lernen Dinge, die sie später selbst umsetzen und für ihr Leben brauchen können."
Mit diesen pädagogischen Maßnahmen können 4.000 Kinder erreicht werden.
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