Zollbeamte am G
renzposten Mponde (Westuganda) informierten 1997 Ranger vom UWA (Uganda Wildlife Authority) im Queen Elizabeth Nationalpark, dass jemand versuchte, einen kleinen Schimpansen zu verhökern. Der deutsche Tierarzt Dr. Ludwig Siefert (GTZ, Universität Kampala) machte sich sofort mit einigen Rangern zum Grenzposten auf und konfiszierte unter Mithilfe der Zollbeamten das Schimpansenbaby. Ein Seil war um seinen Körper geschlungen und hatte sich in seine Haut eingeschnitten. Er hatte tiefe Schnittwunden. Wie wir erfuhren, war er vor dieser glücklichen Beschlagnahmung ohne Nahrung und Wasser völlig sich selbst überlassen und in einer dunklen Hütte angekettet.
Baluku war zu Beginn sehr furchtsam gegenüber allen Schwarzafrikanern, da Menschen mit dieser Hautfarbe seine Familie getötet hatten. Allmählich aber gewann er das Vertrauen auch in Afrikaner zurück, weil seine Pfleger ihn beschützten und ihm nichts antaten. Bei Ankunft im UWEC-Center hatte Baluku leichte Herzrhythmus-Störungen, wahrscheinlich aufgrund einer Anämie. Als kleines Baby wurde er rund um die Uhr betreut und bewacht und erhielt auch während der Nacht immer wieder sein Milchfläschchen. „Es geht ihm jetzt wirklich gut, Cindy ( siehe Foto links) ist seine Adoptivmutter und der kleine Baluku ist jetzt glücklicherweise mehr von seiner neuen Schimpansenfamilie, als von Menschen abhängig. Das ist ja auch unser Ziel. Baluku war vor ca. einem Monat recht krank, doch hat sich die Situation schnell gebessert und er ist wieder topfit – und hat an Gewicht mächtig zugelegt.“ (Debby Cox, 17.3.2000 aus Uganda).

Kurz nach diesem Feedback kam es zu Kämpfen unter den adulten Männchen, in die Baluku hineingeriet. Er musste operiert werden. Auf dem Foto unten sieht man Baluku direkt nach der Operation, er war sehr mitgenommen und schwach. Aber einige Zeit später ging es ihm zum Glück wieder gut! Nur noch wenige Narben sind heute sichtbar. Bei seiner Ankunft in der Auffangstation war Baluku sehr scheu und verschlossen. Er war ein Einzelgänger und spielte nicht sehr viel und zog es vor, alle Dinge alleine zu machen. Je älter Baluku wurde, umso frecher wurde er, auch für die Tierpfleger wurde er anstrengender. Zum Beispiel liebt er es, den Besuchern ihre Sachen zu stehlen, wenn diese nicht aufpassten. Nicht nur Menschen bestielt er gerne, sondern auch andere Schimpansen. Gerne entwendet er deren Futter. Kognitive Tests von Wissenschaftlern der St. Andrews-Universität und dem Max Planck-Institut fanden heraus, dass Baluku einer der intelligentesten Schimpansen ist, die je beobachtet wurden.
Baluku ist einer der dominantesten Schimpansen und er hat das Potential, einmal einer der ranghöchsten Männchen der Gruppe zu werden. Immer wieder gelingt es ihm, die Tierpfleger zu überraschen. Gerne übernimmt er auch die Erziehung neu angekommener Schimpansenkinder.
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