Gemeinsam mit Sammy und Katie wurde Tumbo auf dem Flughafen Entebbe konfisziert und am 10. Dezember 1990 ins Uganda Wildlife Education Center (UWEC) gebracht. Sein Alter wurde auf 1 1/2 Jahre geschätzt. Es wird angenommen, dass er, wie auch Sammy und Katie, aus dem Kongogebiet (ehemals Zaire) stammt. Tumbo und Katie verbindet eine enge Freundschaft und sie verbringen viel Zeit miteinander.
Seinen Namen “Tumbo” bekam er, weil sein kleiner Bauch riesig angeschwollen war, da er völlig unterernährt im UWEC ankam. Tumbo bedeutet “Bauch” auf Swahili. Tumbo liebt es, Gesichter zu belecken! Es ist seine Art, Zuneigung zu bekunden. Umhertollen und Spielen sind seine Lieblingsbeschäftigungen – und das genüssliche Schlürfen seiner täglichen Milchration. Er ist der beste Freund von Pfleger Stany und hängt sich bei jeder passenden Gelegenheit an seinen Menschenfreund. Seit Juni 1997 lebt er auf Ngamba Island. Er ist bei seinen Schimpansenfreunden sehr beliebt und kümmert sich, wie einige andere, sehr um Nkumwa. Er würde sie am liebsten für sich alleine beanspruchen. Er tollt sehr gerne umher und macht die verrücktesten Spiele. Er dreht richtig auf, wenn seine Menschenfreunde mit auf die kleine UWEC-Insel kommen und ist dann kaum mehr zu halten. Tumbo ist übrigens ein richtiger “Casanova”, er küsst leidenschaftlich gerne und bemüht sich ständig um die Gunst der Damen. Der einzige, mit dem er sich nicht so gut versteht, ist Eddy, da er in der Rangordnung auf gleicher Stufe steht und ihn gewissermaßen als Rivalen sieht. Die beiden gehen sich daher lieber aus dem Weg.
Tumbo ist einer der wirklich liebenswürdigen Schimpansen-Männer in der Gruppe. Für die Kleineren scheint er so etwas wie der große Bruder zu sein, mit dem man jederzeit tolle Kitzelaktionen veranstalten oder das unter allen Ngamba-Schimpansen bekannte Spiel “Beine-Fangen” spielen kann. Er ist aber nicht nur ein guter Spielkamerad, manchmal kann man ihn sogar mit ganz großen bettelnden Augen überreden, ein klein Wenig von den leckeren Früchten abzugeben. Und das tut nun wirklich nicht jeder.
Wenn Tumbo (der braune) und Masiko (der schwarze Schimpansenmann) miteinander spielen, geht es noch um einiges wilder zu. Trotz imposanter Scheinangriffe würde aber keiner dem anderen auch nur ein Haar krümmen. Wahrscheinlich ist es auch das tiefe gegenseitige Vertrauen, das die beiden manchmal nach einer Mahlzeit eine Armlänge voneinander entfernt in tiefen Schlaf fallen lässt, während die anderen Chimps schon wieder in den Wald zurückziehen. Ziemlich plötzlich aus dem Schlaf gerissen wurde Tumbo eines Tages von der zurückstrauchelnden Katie. Sie hatte versucht, mit einem Ast ein Stück Papaya unter dem Zaun herauszufischen, das bei der Fütterung versehentlich dort gelandet war. Unglücklicherweise war der Ast feucht und Katie bekam trotz geschickter Technik einen Stromschlag. Geschockt und verzweifelt schien sie Tumbo erklären zu wollen, was passiert war. Tumbo rappelte sich auf, suchte einen diesmal trockenen Stock und konnte den Leckerbissen aus der Gefahrenstelle manövrieren. Die nächste lauernde Gefahr hatte er in seiner Schlaftrunkenheit aber übersehen: Kidogo, die bullige “first lady”, hatte die ganze Geschichte mitverfolgt und sich nun blitzschnell die unverhoffte Nachspeise unter den Nagel gerissen! Damit war seine "Gentleman-Aktion" leider ganz umsonst gewesen.
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